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Trainingswissenschaft

Laktatsteigung: Was eine steile Kurve über dein Training verrät

KH
Kristian Hoffmann
Founder, LactateThreshold
5 min Lesezeit

Die Steigung der Laktatkurve ist mehr als ein Nebenprodukt der Auswertung. Sie zeigt, wie schnell dein Stoffwechsel unter Belastung umschaltet — und wie gut du trainiert bist.

Was ist die Laktatsteigung?

Die Laktatsteigung beschreibt, wie stark die Laktatkonzentration im Blut mit zunehmender Belastung ansteigt. Eine flache Kurve bedeutet: Dein Körper kann Laktat gut eliminieren oder produziert erst bei hoher Intensität viel. Eine steile Kurve bedeutet: Bereits bei moderatem Anstieg steigt das Laktat stark an.

Physiologische Hintergründe

Die Steigung wird primär von zwei Faktoren bestimmt: der glykolytischen Kapazität (wie schnell produziert der Muskel Laktat?) und der oxidativen Kapazität (wie schnell kann es abgebaut werden?). Ein gut trainierter Ausdauersportler hat typischerweise eine flachere Kurve als ein Untrainierter — unabhängig vom absoluten Schwellenwert.

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Trainingsindikatoren aus der Steigung

Veränderungen der Steigung über Zeit sind aussagekräftiger als einzelne Schwellenwerte. Wird die Kurve flacher, hat sich meist die oxidative Kapazität verbessert. Wird sie steiler, kann das auf Ermüdung, Übertraining oder Gewichtsverlust hindeuten.

  • Flachere Kurve = Bessere aerobe Kapazität, effizienteres Training
  • Steilere Kurve = Mögliches Übertraining, Ermüdung, schlechte Regeneration
  • Parallelverschiebung nach rechts = Absolute Leistungssteigerung
  • Linksshift trotz Training = Erholungsdefizit oder Krankheit

Praktische Anwendung

Vergleiche nicht nur LT1 und LT2 zwischen Tests, sondern auch die Gesamtform der Kurve. Ein Athlet mit niedrigem LT2-Wert aber flacher Kurve kann länger bei hoher Intensität arbeiten als ein Athlet mit höherem LT2 aber steiler Kurve. Die Steigung ist deshalb ein wichtiger Parameter im Progression-Tracking.

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Häufige Fragen

Ist eine flache oder steile Kurve besser?+
Grundsätzlich ist eine flachere Kurze bei gleichem LT2 günstiger, weil sie mehr Reserve bei hohen Intensitäten bedeutet. Aber der absolute Schwellenwert zählt mehr für die meisten Trainingsentscheidungen.
Kann ich die Steigung trainieren?+
Ja. Extensives Grundlagentraining (Zone 2, unter LT1) flacht die Kurve langfristig ab. Intervalltraining oberhalb von LT2 verbessert die Laktatelimination. Die Steigung reagiert langsamer auf Training als der absolute Schwellenwert.
Wie wird die Steigung berechnet?+
In LactateThreshold wird die Steigung implizit durch die Dmax-Methoden erfasst. Eine direkte Steigungsangabe in mmol/L pro Watt oder pro km/h ist nicht standardisiert, aber als Trendparameter über mehrere Tests sehr aussagekräftig.

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