Wissenschaftliche Dokumentation

Berechnungsmethoden & Formeln

VollstÀndige Dokumentation aller verwendeten Schwellenberechnungen mit exakten Formeln, wissenschaftlichen Quellen und Validierungsdaten.

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ExperimentellMit Vorsicht

Schwellenberechnungen (LT1/LT2)

Log-Poly-ModDmax

StandardStandardmethode. Wie Modified Dmax, aber die Bezugsgerade beginnt am Log-Log-Knick (Beginn des Laktatanstiegs nach Beaver 1985) statt am ersten 0,4-mmol-Anstieg. Kurve: Polynom 3. Grades durch alle Messpunkte. Fehlt ein Log-Log-Knick (kein Baseline-Plateau), rechnet die App gekennzeichnet mit Modified Dmax.
Formel
1. Startpunkt S = Log-Log-Knick (siehe Log-Log) 2. Bezugsgerade von S zum letzten Messpunkt E 3. Kurve: Polynom 3. Grades y = a + b·x + c·xÂČ + d·xÂł (kleinste Quadrate) 4. LT2 = Kurvenpunkt zwischen S und E mit maximalem senkrechtem Abstand zur Geraden
✓ Jamnick et al. 2018, 4-min-Stufen, n = 17: Abweichung 1,1 W, ICC 0,96, SEM 7,9 W gegen das MLSS — beste von 58 Varianten. ReliabilitĂ€t noch nicht untersucht.

Modified Dmax

Maximaler senkrechter Abstand der Polynomkurve (3. Grades) zur Geraden vom Punkt vor dem ersten Laktatanstieg ≄ 0,4 mmol/L bis zum letzten Messpunkt (Bishop et al. 1998).
Formel
1. Startpunkt S finden: Wenn La[i] - La[i-1] ≄ 0.4 mmol/L → S = (P[i-1], La[i-1]) Kein solcher Anstieg vor der letzten Stufe → nicht bestimmbar 2. Kurve: Polynom 3. Grades durch alle Messpunkte (kleinste Quadrate) 3. Abstand jedes Kurvenpunkts (x,y) zur Geraden S→E: d(x,y) = |A·x + B·y + C| / √(AÂČ + BÂČ) wobei: A = -(La_E - La_S) / (P_E - P_S), B = 1, C = A·P_S - La_S 4. LT2 = Kurvenpunkt mit max(d)
✓ Jamnick et al. 2018 (4-min-Stufen): 2,9 W, ICC 0,91 gegen das MLSS. PƂoszczyca et al. 2020 (3-min-Stufen): +31,7 ± 18,5 W. Caen et al. 2021: +10 W (235 vs. 225 W).

Dmax (Original)

LegacyUrsprĂŒngliche Dmax-Methode nach Cheng et al. 1992: Gerade vom ersten zum letzten Messpunkt, Polynom 3. Grades als Kurve.
Formel
Identisch zu Modified Dmax, aber: Startpunkt S = (P[0], La[0]) ← Erster Datenpunkt

Das Ergebnis hÀngt stark von der ersten Stufe ab: Bei erhöhtem Startlaktat verschiebt sich die Bezugsgerade.

✓ ProtokollabhĂ€ngig: Jamnick et al. 2018 (4 min) 19–49 W unter dem MLSS; Caen et al. 2021 22 W darunter (203 ± 53 vs. 225 ± 60 W); PƂoszczyca et al. 2020 (3 min) beste Übereinstimmung aller Methoden (1,7 ± 3,9 W).
Cheng et al. (1992), Int J Sports Med

Dickhuth (IAT)

Individual Anaerobic Threshold basierend auf dem Laktat-Äquivalent. Das Minimum des Äquivalents zeigt maximale metabolische Effizienz.
Formel
1. Laktat-Äquivalent berechnen: LÄ(i) = La(i) / P(i) 2. Minimum finden: i_min = argmin[LÄ(i)] La_min = La(i_min) 3. Schwellen: LT1 = P(i_min) ← das Minimum selbst LT2 (IAT) = Leistung bei (La_min + 1.5 mmol/L) Liegt das Minimum auf der ersten oder letzten Stufe, ist LT1 nicht bestimmbar.
✓ Test-Retest r = 0,97 fĂŒr die IAT (Dickhuth et al. 1999, n = 11, Laufband).

Delta (+1.5 mmol/L)

Fester Aufschlag auf das Ausgangslaktat (Minimum der ersten drei Stufen). Einfach, aber vom Ausgangswert abhÀngig.
Formel
1. Baseline bestimmen: La_baseline = min(La[0], La[1], La[2]) 2. Schwellen: LT1 = Leistung bei (La_baseline + 0.5 mmol/L) LT2 = Leistung bei (La_baseline + 1.5 mmol/L) 3. Leistung interpolieren: LT2_P = P[j] + (LT2_La - La[j])/(La[j+1] - La[j]) × (P[j+1] - P[j])
✓ Jamnick et al. 2018: aus 3-min-Stufen 6 W, ICC 0,90 gegen das MLSS; aus 4-min-Stufen 10 W zu hoch. PƂoszczyca et al. 2020 (Baseline + 1,0 mmol/L): 6,7 ± 17,2 W.

Mader (4.0 mmol/L)

LegacyFixe Schwelle bei 4.0 mmol/L (OBLA). Historisch weit verbreitet, aber nicht individuell.
Formel
LT2_Laktat = 4.0 mmol/L (fixer Wert) LT2_P = P[j] + (4.0 - La[j])/(La[j+1] - La[j]) × (P[j+1] - P[j]) ⚠ Das individuelle MLSS variiert zwischen 2.0-7.0 mmol/L!

Diese Methode ist NICHT individuell und ĂŒberschĂ€tzt die anaerobe Schwelle bei vielen Athleten systematisch.

✓ ÜberschĂ€tzt das MLSS: +43,3 ± 17,8 W (PƂoszczyca et al. 2020, 3-min-Stufen); 14–41 W je nach Stufendauer (Jamnick et al. 2018). Heck et al. 1985 begrĂŒnden den Wert nur als Gruppenmittel.
Mader et al. (1976); Heck et al. (1985)

Log-Log (LT1)

Beginn des Laktatanstiegs nach Beaver et al. 1985: In doppelt-logarithmischer Darstellung besteht die Blutlaktatkurve aus einer Phase langsamen und einer Phase schnellen Anstiegs; der Schnittpunkt der beiden Regressionsgeraden ist die erste Laktatschwelle. LactateThreshold nutzt ihn als LT1 der Standardmethode und als Startpunkt fĂŒr Log-Poly-ModDmax.
Formel
1. x' = log₁₀(P), y' = log₁₀(La) 2. FĂŒr jeden Trennpunkt zwei Regressionsgeraden (≄ 2 Punkte je Abschnitt); Trennung mit kleinster Fehlerquadratsumme 3. LT1 = Schnittpunkt der beiden Geraden, zurĂŒck: P = 10^x' Gilt nur, wenn die obere Gerade steiler ist, der Schnittpunkt im Messbereich liegt und La dort ≀ Baseline + 1,0 mmol/L — sonst hat die Kurve keinen Knick.
✓ Jamnick et al. 2018: 53–68 W unter dem MLSS — als LT2 ungeeignet, als Beginn des Anstiegs der objektivste Startpunkt.

Baseline + 0,5 mmol/L (LT1)

LT1 fĂŒr Modified Dmax, Dmax, Delta und Mader: die Leistung, bei der das Laktat 0,5 mmol/L ĂŒber dem Ausgangswert liegt (Minimum der ersten drei Stufen), linear interpoliert.
Formel
La_baseline = min(La[0], La[1], La[2]) LT1 = Leistung bei (La_baseline + 0.5 mmol/L)
✓ Jamnick et al. 2018 fĂŒhren „B + 0.5" als LT-Methode; sie lag dort 29–40 W unter dem MLSS. Einen Goldstandard fĂŒr LT1 gibt es nicht.

Wo du den Vergleich findest

LABOR

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